Kündigen mit Mut zur Lücke – ich in der Süddeutschen Zeitung

Hast Du heute den Karriereteil der Süddeutschen Zeitung gelesen? Ich bin sofort nach dem Klingeln des Weckers rüber zur Tankstelle und habe mir die aktuelle Ausgabe gekauft. Denn er ist da, der Artikel zum Thema Kündigen ohne neue Jobzusage. Die Inhalte basieren auf Interviews mit einem Personaler und drei Selbstkündigern. Eine davon bin ich. Es ist aufregend, einen Teil der eigenen Geschichte plötzlich in einer renommierten Tageszeitung zu lesen!

2017-08-31 14.11.15

Von Personalern und roten Stiften

Ich habe mich davor gescheut, mit Klarnamen als Karriereaussteigerin in der Süddeutschen zu erscheinen. Aber für alle fleißigen Blogleser lüfte ich meine Anonymität. Rate, wer die verrückte „Katja“ ist! Beim Lesen des Artikels ist mir bewusst geworden, wie groß der Druck der Leistungsgesellschaft ist. Keiner der interviewten Selbstkündiger verrät seinen Namen. Kein Wunder, Menschen mit Mut zum Ausstieg gelten als Risiko für Unternehmen. Konservative Personaler markieren Lücken im Lebenslauf mit Rotstift, schreibt die SZ. Ich kann mir gut vorstellen, unter welchem Druck Human Ressources Manager stehen. Aber vielleicht sind gerade ehemalige Aussteiger die zukünftigen Mitarbeiter, die im Berufsleben mutige und wichtige Entscheidungen treffen und neue Wege abseits des Mainstreams gehen. In vielen Branchen kann dies zum Erfolg eines Unternehmens beitragen.

Selbst kündigen – nichts für schwache Nerven

Das Fazit des Artikels und des zugehörigen Experteninterviews „Der Honeymoon-Effekt“ wirkt auf mich ernüchternd: Selbst zu kündigen birgt ein hohes finanzielles Risiko; die daraus resultierende Arbeitslosigkeit ist belastend; im neuen Job ist der Zufriedenheitsgewinn zuerst hoch, die Zufriedenheit flacht aber schnell wieder ab. „Arbeitslosigkeit trifft Menschen so hart wie der Tod eines Verwandten“, droht eine Headline.

Was bin ich froh, dass ich diesen Artikel erst nach meiner Kündigung gelesen habe!

Vielleicht hätte ich (noch mehr) Angst bekommen und nichts an meiner Situation geändert. Heute weiß ich, dass die Kündigung ohne neuen Job für mich richtig war. Genau wie im Artikel beschrieben, genieße ich inzwischen ein großes Grundvertrauen in mich und in mein Leben. Ich bin mir sicher, dass ich auch zukünftig dafür sorgen werde, dass meine Lebenszufriedenheit nicht so schnell abflacht. 

Was Du Dich vor einer Kündigung fragen solltest

Bist Du hier gelandet, weil Du überlegst, ob eine Jobauszeit für Dich das Richtige ist? Dann lese den spannenden Artikel in der SZ und wäge die Vor- und Nachteile einer Kündigung ab. Ich habe mir vor meinem Ausstieg ebenfalls viele Fragen gestellt. Denn anders, als es beim Lesen des Artikels vielleicht den Anschein macht, war meine Kündigung keine reine Kurzschlussreaktion nach einer verpatzten Präsentation. Intensiv hatte ich mich in den Monaten davor mit folgenden Themen beschäftigt:

  • Was magst Du nicht an Deinem Job? Gibt es Möglichkeiten Deine Situation im aktuellen Unternehmen zu verbessern?
  • Wie wirst Du nach einer Kündigung Deine finanziellen Ausgaben decken? Wie kannst Du diese verringern? Belastet es Dich, wenn Du auf Dein Budget achten musst?
  • Kannst Du es aushalten, wenn Dein sozialer Status sinkt? Schämst Du Dich, wenn Du Dich nicht mehr als Laborleiter, Topmanager oder Senior-Whatever vorstellen kannst?
  • Was willst Du mit Deiner neuen Freizeit anfangen? Kannst Du Leere ertragen oder hast Du Ideen, wie Du diese füllen kannst?
  • Kann Deine Familie Deine Entscheidungen mittragen?
  • Hast Du die Nerven, Dich aus der Arbeitslosigkeit heraus, auf neue Stellen zu bewerben? Wie erzählst Du dabei Deine Geschichte?

Ich hoffe, Deine Antworten helfen Dir bei Deiner Entscheidung. Denke auf jeden Fall immer daran: Lebe Dein Leben nicht nur für den Lebenslauf!

Zur Süddeutschen Zeitung

3 Gedanken zu “Kündigen mit Mut zur Lücke – ich in der Süddeutschen Zeitung

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