Jobauszeit vorbei – Downshifting läuft!

Hallo zusammen! Nach längerer Pause tauche ich mit einem neuen Blogbeitrag aus der Versenkung auf. In den letzten Wochen habe ich mich konsequent auf meine Jobsuche fokussiert und das Bloggen links liegen lassen. Und tadaaa … Gestern hatte ich bereits den zweiten Arbeitstag in meiner neuen Firma!  Bei der Auswahl meiner Stelle und bei meiner gesamten Berufsplanung haben mich die Interviews zum Thema Downshifting, die ich hier auf Brombeerhecke geführt habe, stark beeinflusst. Heute berichte ich, wie ich nun arbeite.

Fazit nach 7,5 Monaten freiwilliger Jobauszeit

Von August 2016 bis Mitte März 2017 dauerte meine selbstbestimmte Jobauszeit. Ich habe intensive Monate mit sehr vielen Höhen und nur wenigen Tiefen erlebt. Der Blick „über das Bürofenster hinaus“ hat sich für mich gelohnt! Ich habe das Gefühl, das ich mich persönlich in meiner freien Zeit im Turbo weiterentwickeln konnte. Ich fühle mich stärker und selbstbewusster. Ich bin mir so klar darüber , wie noch nie zuvor, dass ich jederzeit aus eingefahrenen Bahnen ausbrechen kann und keine Gefangene meines Alltags bin. Ich bin um viele Erfahrungen und neue Bekanntschaften reicher. Zudem habe ich für mich in Ruhe ausgelotet, was mir im Leben wichtig ist und was nicht. Was ich in meiner Jobauszeit so alles gemacht habe, kannst Du hier nachlesen.

Natürlich will ich auch nicht verschweigen, dass es mich teilweise arg gestresst hat, nicht zu wissen, wie es beruflich und finanziell weitergeht. Vor allem das Gefühl, keine Ahnung zu haben, was ich beruflich machen will und die Aussicht auf einen Bewerbungsmarathon fand ich belastend. Und wir erinnern uns an meine erste Zwischenbilanz in der Jobauszeit: Ich hatte viele Pläne und habe vieles verworfen. Die Ideen vom geldfreien Leben ohne Lohnarbeit, vom Hausfrauwerden und von der Selbstständigkeit habe ich intensiv durchdacht, ausprobiert und ad acta gelegt. Jetzt am Ende der Jobauszeit war für mich auch klar: So ganz ohne Festanstellung wird es mir mit der Zeit langweilig und auch ein bisschen zu einsam. Ich möchte wieder zu einem Team gehören und an einer gemeinsamen Sache mitarbeiten. Selbst mit Lottogewinn oder bedingungslosem Grundeinkommen würde ich mir früher oder später wohl wieder einen Job und Kollegen suchen.

Jobsuche mit „Lücke“ im Lebenslauf

Meine Jobsuche als „Aussteigerin“ verlief viel einfacher als von mir befürchtet. Die Jobauszeit hat bei der Suche kein beachtenswertes Hindernis dargestellt. Im Gegenteil – bei zwei Jobangeboten war die Auszeit mit meinem sozialen Engagement (Foodsharing und Leihgemeinschaft in der Nachbarschaft) sogar ein Türöffner.

Vereinfacht wurde meine Jobsuche dadurch, dass ich thematisch recht offen war. Nach langem Hin und Her habe ich beschlossen, dass es für mich nicht mehr wichtig ist, in meinem Fachgebiet oder als Projektleiterin zu arbeiten. Ich habe mich auf viele verschiedene Stellenausschreibungen beworben und einige spannende Informationsveranstaltungen besucht. Nicht so schnell vergessen werde ich sicherlich das Assessment-Center für Luftsicherheitsassistenten und den Infoabend für Tagesmütter! Erschwerend bei der Suche war – das hat sich bestätigt – mein Wunsch, in Teilzeit zu arbeiten. Aber auch das ist machbar. Ich möchte hier unbedingt wieder auf die Tipps von Regina für die (Downshifter-)Jobsuche verweisen!

Zusammengefasst war mir bei der Jobsuche Folgendes wichtig:

  • Ich sehe einen Sinn in der Tätigkeit.
  • Die Stelle passt zu meinen Werten und trägt beispielsweise nicht massiv zur Umweltzerstörung bei. (Das ist überhaupt nicht einfach – fast alle Unternehmen tragen ja irgendwie dazu bei.)
  • Ich kann Teilzeit arbeiten.
  • Ich habe eine kurze Anfahrt.
  • Das Team ist sympathisch.
  • Mit dem Gehalt kann ich ausreichend in unsere Familienkasse einzahlen.
  • Mein Mann und ich können die Betreuung unserer Kleinen gemeinsam koordinieren.

Und das ist daraus geworden …

Downshifting auf allen Ebenen

Bei meiner neuen Stelle in der Kundenbetreuung eines ziemlich erfolgreichen Berliner Start-ups arbeite ich 30 Wochenstunden. Überstunden fallen nicht an. Die kurze Anfahrt beträgt zwischen 20 und 24 Minuten. Ich habe ein wesentlich kleineres Aufgabengebiet als bisher und dadurch weniger Stress. Ich mache keine Geschäftsreisen und kann durchgehend „casual“ ins Büro. Regelmäßig arbeite ich von 17 bis 23 Uhr. Vielleicht sehe ich das zu optimistisch – aber die Aussicht im Sommer weiterhin tagsüber im Balkongarten zu werkeln, schwimmen zu gehen und erst abends zu arbeiten, stimmt mich nahezu euphorisch! Mein Gehalt ist natürlich nun auch wesentlich geringer. Dafür habe ich mehr freie Lebenszeit. Nach diesem Deal habe ich gesucht! Und die ersten beiden Arbeitstage haben mir großen Spaß gemacht – darüber bin ich momentan sehr glücklich!

Die lieben Finanzen

Natürlich bin ich gespannt, wie ich mit weniger Geld auskomme. Ich habe meine Konsumgewohnheiten ja bereits drastisch reduziert. Bisher war das allerdings freiwillig, nun wird es Pflichtprogramm. Das fühlt sich gleich mal ganz anders an! Die Interviews mit den Downshiftern haben mich, wie gesagt, bei der Finanzplanung stark beeinflusst: Mein Gehalt aus der Festanstellung reicht, um ausreichend in unsere Familienkasse zu zahlen. Mit dem Geld in der Familienkasse decken wir alle unsere Fixkosten sowie die Kosten für Lebensmittel, Haushaltswaren, Urlaube und alle weitere, was auf eine kleine Familie so zukommt. Unsere Ausgaben habe ich über etwa ein Jahr beobachtet. Zudem bin ich über meine Firma versichert.

Um mir regelmäßig persönlichen Luxus zu gönnen, wie zum Beispiel einen Besuch im Spa oder ein schönes, aber unnötiges Sommerkleid kann ich mir gerade sehr gut vorstellen, mit einem Hobby zusätzlich und auf selbstständiger Basis Geld zu verdienen. Was ich hierbei festgestellt habe: Während der Jobauszeit wurden alle meine Ideen zum Thema Selbstständigkeit im Keim erstickt. Der Gedanken daran, mit einer freiberuflichen Tätigkeit sämtliche Kosten decken zu müssen, war für mich persönlich gruselig. Jetzt wo es nur darum geht, etwas Geld für Luxus dazu zuverdienen, habe ich wieder richtig Spaß daran, mir Konzepte zu überlegen. Mal schauen, was daraus wird. An dieser Stelle kommt oft der Einwand, dass ich mit Festanstellung und Selbstständigkeit wahrscheinlich auch wieder auf 40 Stunden komme. Das könnte stimmen – aber trotzdem fühlt es sich für mich freier, selbstbestimmter und abwechslungsreicher an. Und das Gute daran, wenn es nicht passt, höre ich wieder damit auf – denn wer muss schon unbedingt ins Spa!? Minimalismus befreit!

3 Gedanken zu “Jobauszeit vorbei – Downshifting läuft!

  1. minimalismusentspannt schreibt:

    Super schön das Du Dir eine Auszeit gegönnt hast!!! Ich freue mich auf meine eigene Stundenreduzierung 😊 (siehe minimalismusentspannt.blog) das Du Dir diese Lebenszeit gönnst um Dir entspannt klar zu werden was Du wirklich willst finde ich fantastisch und habe ich großen Respekt vor!!! Wie genial das Du einen Job gefunden hast der deinen Werten entspricht, das ist echt Gold wert!!! Viel Glück auf Deinem neuen Lebensweg

    Gefällt 1 Person

  2. alex schreibt:

    Hallo Katrin,
    Das ging ja schnell! Wahnsinn :-D!
    Freut mich voll für dich, dass du etwas gefunden hast was dir zusagt ;-)… hoffentlich bleibt das so und die Arbeit bereichert dein Leben.
    Alles Liebe
    Alex

    Gefällt 1 Person

  3. steinelu@googlemailcom schreibt:

    Hallo liebe Katrin !

    Schön, dass du wieder was gefunden hast, das für deinen Lebensweg passend ist. Ich muss dennoch sagen, dass mich deine Entscheidung sehr überrascht hat. Ich hätte gedacht, dass du dich in irgendeiner Form selbstständig machst. Das Wichtigste ist natürlich, dass du deinen Weg gefunden hast, der natürlich nicht der Weg Anderer ist. Mir wäre eine Arbeitszeit, jeden Abend bis 23 Uhr und dann noch die Fahrt nach Hause definitiv für jeden Tag zu spät. Aber was für den Einen nicht passt, kann ja durchaus für den Anderen perfekt sein. LG Uwe

    Gefällt 1 Person

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