Weniger arbeiten, mehr leben – Downshifter berichten von ihren Erfahrungen

Willst Du weniger arbeiten, um endlich mehr Freiraum für Dich, Deine Familie, Freunde, Hobbys und Herzensprojekte zu haben? Weißt Du nicht, wie Du diesen Traum verwirklichen kannst? Plagen Dich Ängste und Zweifel, ob Downshifting im Job für Dich der richtige Schritt ist? Geht mir genau so! Deshalb interviewe ich momentan Menschen, die es gewagt haben, im Job einen oder mehrere Gänge herunterzuschalten. Auf Brombeerhecke stelle ich die Interviews mit echten Downshiftern vor!

Downshifting im Job – neue Beitragsreihe auf Brombeerhecke

Endlich weniger arbeiten und mehr leben. Davon träumen, zumindest in meiner sozialen Blase, viele Menschen. Die Ursachen für den Wunsch nach mehr Freizeit sind unterschiedlich. Ganz oben auf der Liste steht meist die Sehnsucht nach mehr Zeit für die Familie und für Freunde, nach Freiraum für die persönlichen Hobbys und Herzensprojekte, gefolgt von der Hoffnung auf weniger Stress.

Oft bleibt es bei diesen Träumen. Nur wenige der unglücklichen Malocher und Schreibtischsklaven, machen wirklich Nägel mit Köpfen und setzen ihre Idee vom Downshifting im Job um. Blockaden sind beispielsweise finanzielle Verpflichtungen, aber auch Zweifel, ob ein Leben mit weniger Arbeit wirklich glücklicher macht. Manchmal fehlt schlichtweg die Idee für eine Alternative zum bisherigen Job oder das Know-how und die Kraft für die Umsetzung der Pläne.

Von Träumen, Motivationshöhen und -tiefen, Euphorie gefolgt von Zweifeln kann ich momentan ein Lied singen. Seit ich mich aktiv auf Teilzeitjobs mit weniger Verantwortung als bisher bewerbe, frage ich mich oft, ob ich auf dem richtigen Weg bin.

Fragen zum Downshifting, die mich nachts nicht schlafen lassen

Die Fragen, die mir zu meinen persönlichen Plänen durch den Kopf schwirren, sind vor allem Folgende:

  • Macht weniger Arbeit und mehr Freizeit wirklich glücklicher? Bisher verbringe ich meine Jobauszeit vor allem am Laptop und schreibe Texte für verschiedene Projekte – da kann ich doch gleich wieder Vollzeit arbeiten!
  • Ist ein vermeintlich weniger stressiger Job wirklich immer einfacher? (Anekdote: Letzte Woche lernte ich auf einer Foodsharing-Tour eine Sprachwissenschaftlerin kennen. Sie hat sich für einen Teilzeitjob in einer Bäckerei beworben, um dem Stress im Büro zu entfliehen. Sie wird nun in der Bäckerei gemobbt und ist unglücklicher denn je.)
  • Kann ich die finanziellen Einbußen wirklich so locker wegstecken, wie ich es glaube?
  • Stellt mich überhaupt jemand ein? Wie mache ich deutlich, dass ich weniger Stunden arbeiten möchte, aber trotzdem eine wertvolle, engagierte Mitarbeiterin bin?
  • Wenn ich ein Hobby, wie das Schreiben, zum Beruf mache, macht es dann überhaupt noch Spaß oder wird selbiger im Stress erstickt? (Anekdote: Ein Taxifahrer meinte vor ein paar Jahren zu mir: „Mache nie dein Hobby zum Beruf. Seit ich Skilehrer war, hasse ich Skifahren!“)
  • Werde ich es bereuen, wenn ich meinen bisherigen beruflichen Weg verlasse? Die Gefahr ist groß, dass ich nie mehr dort anknüpfen kann, wo ich einmal aufgehört habe.

Über diese und andere Fragen philosophierte ich vor wenigen Tagen mit einem Bekannten. Unsere Sätze begannen überwiegend mit „man müsste …“ und endeten mit „man könnte, wenn man nur wüsste …“ Am Ende blieben nur offene Fragen: Was ist die Lösung? Wie setzt man es um, das Leben mit weniger Arbeit, weniger Stress und mehr Work-Life-Balance?

Was jetzt schon klar ist, es gibt keine Patentlösung, die auf alle passt. Jeder muss seinen persönlichen Weg für mehr Lebensglück finden. Trotzdem: Nach diesem Gespräch reifte in mir folgende Idee: Wieso stelle ich meine Fragen nicht den Menschen, die sich für weniger Arbeit entschieden und ihre Pläne erfolgreich in die Tat umgesetzt haben? Die echten Macher und Downshifter?

Interviewreihe „Downshifting“ auf Brombeerhecke

Nun bin ich schon mittendrin in meinem neuen Projekt: „Downshifter berichten von ihren Erfahrungen!“ Vielleicht hast Du es gesehen, auf Facebook suche ich nach Menschen, die von ihren Erfahrungen mit Downshifting im Job berichten wollen. Hierfür habe ich einen Interviewfragebogen entwickelt, der schriftlich ausgefüllt werden kann oder den wir gemeinsam am Telefon durchgehen. Mich interessiert unter anderem, wie der Traum vom weniger Arbeiten in die Praxis umgesetzt wurde, welche Hoffnungen sich durch das Downshifting erfüllt haben und welche Probleme es dabei gab.

Fünf Menschen haben sich bereits bei mir gemeldet! Das erste Interview ist schon „im Kasten“ und wartet darauf zu einem Blogbeitrag verarbeitet zu werden. Ein zweites schriftliches Interview trudelt wahrscheinlich nächste Woche hier ein. Zwei Telefontermine stehen an. Ich freue mich sehr über diese Interviews und kann jetzt schon sagen, es wird spannend!

So schaut übrigens mein „Telefoninterview-Space“ aus, den ich „total professionell“ im Kinderzimmer aufgebaut habe. Hier kann ich bestens zuhören, reden und tippen gleichzeitig 😉  20170203_092740Telefoninterview-Büro bei Brombeerhecke 😉

Demnächst geht es los! Folge Brombeerhecke!

Die Interviews stelle ich in einer Beitragsreihe hier auf Brombeerhecke vor! Bist Du auf die Erfahrungsberichte zum Thema Downshifting im Job genauso gespannt wie ich? Ich melde mich sobald ein Beitrag fertig, von meinen Interviewpartnern freigegeben und online ist. Trage Dich am besten beim Brombeerhecke-Newsletter ein oder folge Brombeerhecke auf Facebook, Instagram oder Twitter!

Hier geht es zu …

Interview Nr. 1

Interview Nr. 2 

Interview Nr. 3

Mein aktuellstes Update

 

11 Gedanken zu “Weniger arbeiten, mehr leben – Downshifter berichten von ihren Erfahrungen

  1. Sarah schreibt:

    Liebe Katrin,
    da bin ich ja mal gespannt drauf. Ich habe erst angefangen in meinem neuen Job Fuß zu fassen, aber merke auch, dass ich vieles dadurch schleifen lassen habe, einfach weil ich noch nicht so weit bin mich darauf und auf mein privates Leben so richtig einzulassen. Oftmals habe ich abends keine Lust mehr Sport zu machen oder mir ist es sogar zu anstrengend mit meiner Familie zu kommunizieren. Einfach weil ich meine Ruhe brauch. Ich denke das wird sich noch legen, aber trotzdem werde ich deine Interviews mit Spannung verfolgen. 🙂

    Liebe Grüße
    Sarah

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    • Brombeerhecke schreibt:

      Hallo Sarah. Ein neuer Job fordert ganz schön viel Energie. Alles ist neu und aufregend! Das kenne ich! Mit der Zeit kommt mit großer Chance wieder mehr Ruhe rein. Ich bin gespannt, wann ich mit einem neuen Job starte und ich weiß jetzt schon, dass es mir ähnlich gehen wird, wie dir 😉 Ich wünsch dir eine gute Einarbeitung! Schön, dass Dich die Interviews interessieren. Gerade schreibe ich an einem. LG Katrin

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  2. Oli@Landidylle schreibt:

    Ich denke, downshifting kann vor allem auch die Möglichkeit anbahnen, ‚anders zu arbeiten‘. Oftmals ist das Problem der Menschen mit ihrem Job ja, dass sie ihn als nicht sehr erfüllend oder sinnvoll erachten – da wird die Zeit lang und der Vampir ‚moderner, angesehener Job‘ saugt Energie raus. Ich kenne einige Leute, die ihren angesehenen White Collar-Job gegen einen handfesten Job getauscht haben, wo sie sich schmutzig machen und am Ende des Tages das Gefühl haben, sie hätten was sinnvolles erschaffen. Sich neu oder anders zu orientieren – das kann man prima machen, während man im Brotjob runterschaltet.

    Ich kann es perfekt nachvollziehen, ich habe von 16 Stunden am Tag Bürojob am Rechner mit echt hohem Einkommen ganz bewusst so weit runtergeschaltet, dass ich nun wirklich richtig rechnen muss, um über den Monat zu kommen. ABER ich habe ein tolles Leben und arbeite beständig daran, anders sinnvoller Geld (oder Tauschwaren) zu verdienen oder eben mich um Geld unabhängiger zu machen. Es ist flexibler, erfüllender aber auch unsicherer.

    Ich bin total gespannt auf deine Reihe dazu und habe diesen Artikel einer Freundin geschickt, die dazu richtig viel beitragen könnte.
    LG Oli

    Gefällt 2 Personen

  3. leichtundroh schreibt:

    Ich freue mich drauf mehr darüber zu erfahren, von Menschen, die es schon getan haben 🙂 Auch wenn es bei mir leider (erst mal) nicht klappen wird. Mein Problem ist einfach, dass sich mein gelernter Beruf nicht für Teilzeit eignet, und dies auch vom Chef aus „betrieblichen Gründen“ abgelehnt wird. Da ich aber einen Festvertrag habe, ganz gut verdiene, und ich auch weiss dass wir es noch gut haben mit allem, wenn man es mit anderen Betrieben vergleicht bei denen ich anfangen könnte, werde ich auch erst mal meinen Festvertrag nicht aufs Spiel setzen. Es fällt mir nicht leicht, denn ich möchte dringend weniger arbeiten. Teilweise arbeite ich 12 Tage am Stück inklusive unterschiedlicher Schichten.
    Momentan weiss ich nicht was ich ändern könnte, damit ich weniger arbeiten kann. Ich habe über Umschulungen nachgedacht, aber dann… als was? Ich habe absolut keine Ahnung in welche Richtung ich gehen kann, und ob es sich in meinem Alter überhaupt noch lohnt. Wer würde jemanden einstellen, der schon „so alt“ ist?

    Mal sehen wohin mich mein Weg führt.
    Wie gesagt, ich freue mich auf Deine Beiträge 🙂

    Viele Grüße,
    Sandra

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    • Brombeerhecke schreibt:

      Hallo Sandra, schön, dass Du hier mitlesen wirst! Ich bin auch schon gespannt auf die Beiträge. Die ersten Interviews sind schon in der Mache und sehr spannend! Deine Situation klingt nicht einfach. Vielleicht findest Du aber doch noch eine gute Lösung für Dich. Ich drücke Dir die Daumen! LG Katrin

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  4. Juli schreibt:

    Bin sehr interessiert an den Interviews und den Erfahrungen der von Dir Interviewten, liebe Katrin. Ich denke schon ein Weilchen über eine Stundenkürzung nach, traue mich aber noch nicht. Vielleicht bekomme ich ja den ein oder anderen Schubs in die richtige Richtung.
    Viele Grüße, Juli

    Gefällt 1 Person

    • B schreibt:

      Einfach den AG direkt nach Teilzeit fragen. Ich arbeite mit einem unbefristeten Vertrag auf 60% was ca. 22,5 Stunden pro Woche sind. Meine Kosten habe ich soweit reduziert und komme mit dem Gehalt locker hin. Ausserdem habe ich so mehr Zeit für meine Kinder und meinen Garten und andere Hobbies wobei mir der Garten auch hilft, Kosten runterzufahren durch das Obst und Gemüse welches ich dort ernte. Wenn ich meinen Ex-Lebensgefährten die Haushälfte abbezahlt habe, will ich sogar noch mehr reduzieren soviel es der AG zulässt. Nicht mit sich machen lassen und passiv bleiben: aktiv die Veränderung anstreben; sonst wird sich nie was ändern! Das sind die Dinge, die man dann auf dem Sterbebett bereuen wird. Man wird nie bereuen, dass man nicht genug Stunden im Büro verbracht hat.

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  5. Karin schreibt:

    Hey, ich bin auch schon ganz gespannt auf deine Interviews. Ich denke auch schon seit einer Weile über eine Reduzierung im Job nach.

    Ich möchte nicht mehr leben um zu arbeiten … sondern würde gern ein bisschen Arbeiten um richtig leben zu können. Die derzeitige Arbeitswelt lässt einem kaum Platz für ein privates Leben. Der Sruck und der Stress macht kaputt und die Gedanken drehen sich nur noch darum „Wie schaffe ich es meinem Job nach zu kommen.
    Ich möchte das nicht mehr – sondern möchte meine Zeit sinnvoller nutzen; z.B. für meine Eltern da sein, meinen Garten bepflanzen und ernten und die Tiere pflegen, und vor allem nicht mehr abends fertig heim kommen und direkt wieder zu grübeln, dass man am nächsten Tag schon wieder arbeiten gehen muss.

    Ich gehe davon aus, dass wenn die Arbeitszeit und der Druck sinken, man automatisch zufriedener ist und die Arbeit auch wieder Spaß macht …

    Den Mut zur Reduzierung habe ich leider noch nicht gefunden … ich bin auch am hin und her rechnen und kalkulieren, welche Ausgaben sein müssen …

    Vielleicht schaffe ich es auch irgendwann … und so lange freue ich mich über spannende Berichte (die Mut machen).

    Gefällt 1 Person

    • Brombeerhecke schreibt:

      Hallo Karin! Vielen Dank für Dein Kommentar! Was Du schreibst kann ich sehr gut nachvollziehen! Ich arbeite bereits an zwei weiteren Interviews und hoffe, dass sie demnächst live gehen! Ein Interview, das von Eva, findest Du schon hier im Blog. LG Katrin

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  6. B schreibt:

    Leistung lohnt sich in Deutschland einfach nicht, wenn man sich die Besteuerung von Einkommen ansieht. Die Arbeitsumfelder werden immer stressiger; der AN soll immer mehr in immer weniger Zeit schaffen. Der Druck steigt. Wieso sollte ich in Vollzeit für einen Konzern arbeiten, wenn mir fast die Hälfte des Lohnes als Abgaben weggenommen werden? Das lohnt sich nicht. Lieber minimal arbeiten und wenig Abgaben haben und mehr Freizeit. Wenn es dann Leute gibt, die mit ihrer Freizeit nichts anzufangen wissen, Ja dann kann man denen sowieso nicht mehr helfen….dann sind sie bereits zu workaholics mutiert….

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