Minimalistisch und umweltfreundlich feiern – wie geht das?

2016 habe ich minimalisiert, was das Zeug hält, Weihnachten habe ich noch reduziert und einigermaßen umwelt- und tierfreundlich über die Bühne gebracht … ABER JETZT komme ich gerade vom Supermarkt bepackt mit drei Taschen voll bunter Plastik-Glitzer-Spiel-Spaß-Zucker-Kackscheiße!!! Was ist passiert?

Kindergeburtstag – geht das minimalistisch?

Der Kindergeburtstag meiner kleinen Tochter steht morgen an! Ich habe in meinem Übermut sechs kleine Kitakinder nach Hause eingeladen – mit dem Versprechen: Spiel, Spaß, Schminken und Kinderdisco!

Schon seit einer Woche bin ich mega aufgeregt und überlege mir, wie ich die Kleinen vier Stunden bei Laune halten kann. Mein Gefühl und die Erfahrung anderer Mütter sagen mir, dass ich dafür seeeeeehr viiiiiieeeeel Equipment benötige! Neben mir stapeln sich deshalb nun Minions-Pappgeschirr, Luftschlangen, Spielpreise in Form von kleinen Puzzles, Quartetts, Gummibällen und Stickern, riesige Tüten mit bunten Süßigkeiten, Watte zum Pusten, Leuchtstäbe für die Kinderdisco, Luftballons, Schminkzeug fürs Kinderschminken, Klopapier für dieses Mumienspiel, Kekse für die Kinder, die den Kuchen nicht mögen, Aufkleber und Glitzerperlen zum Basteln.

Ich frage mich wirklich, ob ich nicht etwas über das Ziel hinausgeschossen bin. Mein Verstand sagt mir, dass das alles nicht nötig ist. Die Kinder brauchen keine Preise. Die Kinderzimmer sind bereits vollgestopft mit Spielzeug. Bei dem ganzen Süßkram kann ich froh sein, wenn morgen kein Kind kotzt! Aber mein Bauch sagt: „Katrin, bereite Dich besser gut vor – Kinder haben heute hohe Ansprüche an Geburtstage und ein gewisses Standardprogramm inklusive Preisen wird erwartet!“

Ich habe mir leider zu spät Gedanken darüber gemacht, wie eine Kinderparty ohne Konsumwahnsinn gefeiert wird. Deshalb ziehe ich das Programm nun wie geplant durch – nicht minimalistisch und absolut nicht nachhaltig. Wir lassen es morgen krachen bis zur Reizüberflutung und produzieren einen Berg an unnötigem Müll. Aber das Ziel für nächstes Jahr ist es, mir zu überlegen, wie eine schöne einfache Party aussehen kann! Dazu gibt es sicher Blogs! Ich bin gespannt, was ich zu diesem Thema finde!

Interessant wie so oft: Kinder würden selbst gar nicht darauf kommen, dass Partys so ausufern müssen. Die erwachsenen Eltern steigern sich mal wieder gegenseitig hoch. Und ich mache dieses Jahr leider mit und trage meinen Teil zum Hochsteigern bei …

Feiern und mein Selbstbewusstsein – kann ich zu meinem Minimalismus stehen?

Bei diesem ganzen Feierthema merke ich: Mein Selbstbewusstsein hängt (noch) stark davon ab, inwiefern ich die vermeintlichen Erwartungen Anderer erfülle und mich in die Gepflogenheiten der Gesellschaft einfüge. Kurz bevor bei uns Gäste eintreffen, werde ich jedes Mal nervös. In unserer Wohnung stelle ich dann plötzlich Dinge infrage, die für mich ansonsten völlig richtig sind: Ich ärgere mich über unser altes Geschirr, das nicht zusammenpasst. Ich frage mich, ob unsere Wände nicht doch zu leer sind, ob es mit Deko nicht doch gemütlicher wäre. Ob es jemanden stört, dass er auf einem Hocker sitzen muss, weil wir „nur“ vier Stühle haben. Der Kaffeekocher ist mir dann zu klein, die Menge an Teelöffeln zu gering, meine Klamotten kommen mir auf einmal schäbig vor und so weiter.

20170107_121318Unsere Kaffeetafel mit zusammengewürfeltem Geschirr und unterschiedlichen Sitzgelegenheiten. Ich finde es schön! 🙂

Nun könnte ich natürlich einbrechen. Ich könnte neue Klamotten, Tassen, Stühle, Geschirr, Tischdecken, Servietten, Bilder für die Wand und Deko kaufen, um meine nervöse Unruhe vor dem Eintreffen des Besuchs zu händeln. Mache ich aber nicht! Ich habe mir vorgenommen, meine Zweifel auszuhalten und stattdessen an meinem Selbstbewusstsein zu arbeiten. Ich stehe zur unserer Lebensweise, die ich für sehr sinnvoll und richtig halte. Wer zu Besuch kommt, der muss unsere legere Art des Gastgebens aushalten. Bisher hat sich auch nie jemand beschwert. Im Gegenteil, alle Besucher kommen immer wieder gerne zu uns. Das große Drama spielt sich wohl hauptsächlich in meinem Kopf ab. Riesig gefreut habe ich mich über einen Satz von meiner Schwester, die meinte: „Bei dir im Haus kann man die Kinder wenigsten rennen lassen, ohne Angst zu haben, dass Nippes kaputt geht. Hier steht ja nichts rum!“ Genau! Viel Raum für Kinder, die hier hüpfen können, ohne dass Glasvasen zu Bruch gehen! So stelle ich mir mein Zuhause vor.

Mein Fazit: Die besten Partys sind doch eh die, bei denen man mit einem Wasserglas voll Wein am Küchentresen steht und Musik aus einem alten Kassettenrekorder hört!

In diesem Sinne – drück mir die Daumen, dass alle Kinder morgen die Party überleben und falls Du Tipps zum Thema minimalistisches Feiern mit und ohne Kinder hast – her damit!

 

9 Gedanken zu “Minimalistisch und umweltfreundlich feiern – wie geht das?

  1. ichmachesanders schreibt:

    Hallo Kaatrin!

    Alles Gute deiner kleinen Prinzessin!

    Du spricht einen wichrtigen Punkt an: nicht die Kinder verlangen diese Art von Parties, sonder die Eltern. Ich kenne (leoder nur) Mütter, die wochenlang mit Vorbereitungen beschäftigt sind.

    Kinder brauchen eigentlich nur Platz zum Toben. Das ganze Zeugs überfordert sie eigentlich. Denke ich jedenfalls, wenn ich die Kleinen in meinem Bekanntenkreis beobachte. Selbst hab ich keine Kinder.

    Hätte ich welche, wüsste ich nicht, ob ich die Erwartungen anderer erfüllen würde wollen.

    Unsere Wohnung besteht auch aus zusammengewürfelten Möbeln und Geschirr. Und genau deshalb fühlen wir uns so wohl 😉

    Der Druck von außen ist irre, aber wenn man vom eigenen Weg überzeugt ist, geht man ihn auch.

    Bin schon gespannt, wie im kommenden Jahr die Party ausfällt!

    Ich wünsch euch viel Spaß! Und alles wird gut! Nicht nervös sein, sondern sich drauf freuen. Kinder können bzw. sollten sich auch ganz alleine beschäftigen können.

    LG Sabrina

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  2. aurelia schreibt:

    Moin Katrin 😊
    ach mensch das hast du aber nett gesagt, Kackscheiße, ich musste so lachen 😂
    Du hast es schon richtig erkannt, dein Kopf spielt dir noch dieses, alle machen das so deshalb muss ich auch, Spielchen vor. Wart mal noch ne Weile dann hört das auf und du stehst ganz selbstverständlich zu deinem/eurem Lebensstil und dein Kopf wird Ruhe geben 😊

    Einen Tipp für die nächste Kinderparty kann ich dir aus der Zeit als meine noch klein waren geben. Fang an so kleine Spielzeuge die deine Lütte nicht mehr braucht zu sammeln und lege sie für die nächste Party als Preise oder als Beigabe zur Bonbontüte weg. Auch so Figuren aus Ü Eiern oder Trostpreise vom Jahrmarkt sind dafür noch gut zu nehmen.
    Ich weiß ja nicht wie es bei dir sonst mit Basteln oder Handarbeiten aussieht? Sonst hätt ich in der Richtung auch noch ein paar nette Ideen die damals sehr gut ankamen 😊

    Ich wünsch dir viel Spaß und es wird bestimmt super mit den Kindern.
    Lg Aurelia

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    • Brombeerhecke schreibt:

      Hallo Aurelia. 🙂 Ich denke auch, dass das Drama im Kopf irgendwann Ruhe gibt. Also diese Idee mit dem Sammeln von Spielsachen, Ü-Eier-Zeugs etc. ist ja wohl genial!!! Das werde ich machen! Basteln und Handarbeiten mögen meine Kleine und ich sehr gern. Also wenn Du mal Lust und Zeit hast, kannst Du mir gerne Anregungen schicken! Viele liebe Grüße, Katrin

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      • aurelia schreibt:

        Kennst du das Gipsfiguren gießen?
        Ich hab damals ein Sandbackförmchen in Form eines Elefanten genommen. Den Gips habe ich mit Abtönfarbe eingefärbt und dann jede Menge Elefanten gegoßen, nach dem durchtrocknen, dauert einige Tage, wurde dann jeder mit dem Namen des Kindes was zum Geburtstag eingeladen war beschriftet. Hinten noch vorsichtig eine Vertiefung reinkratzen und fertig ist ein individuelles Namensschild für das Kinderzimmer 😊 Kamen gut an.

        Etwas längere Arbeit haben kleine Strickpuppen gemacht, aber die kamen auch super an bei den Kindern und sie haben die Bonbontüte die sonst migegeben wurde auch nicht vermisst 😊

        Solche Dinge zum mitgeben am Geburtstagsende gab es bei uns übrigens nur bis Ende der Grundschulzeit, also 4. Klasse, danach gab es das nicht mehr 😊

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        • Brombeerhecke schreibt:

          Hallo Aurelia! Wow Gipsfiguren gießen und Strickpuppen! Da hast du dich ja richtig ins Zeug gelegt. Toll! Für wie viele Kinder hast du das denn gemacht? Ich stricke gerne, aber langsam – versuche mich gerade an Klamotten für die Barbie meiner Tochter. So ein Gipsfiguren-Set hat meine Tochter zufälligerweise gestern zum Geburtstag bekommen. Da kann ich ja gleich mal für nächstes Jahr üben!

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          • aurelia schreibt:

            Die Gipsfiguren waren glaub ich 12 Stück, 2 davon für meine beiden und die restlichen für die Gästekinder. Diese Party hatte meine Lütte mit einem Kindergartenkind das kurz nach ihr Geburtstag hat zusammengefeiert. War eine Idee von der Mama der Kindergartenfreundin und mir. So haben wir ein Abbacken gehabt weil unsere Mädels beide die gleichen Kinder einladen wollten 🙂

            Die Strickpuppen waren glaub ich fünf, wieder zwei für meine beiden und drei für die Gästekinder meiner großen. Die Püppchen mit ausziehbarem Pullover zu stricken ging eigentlich ganz flott, pro Püppchen etwa drei Abende (ich bin aber auch geübte Strickerin 🙂 )

            Noch ein Tipp zu dem Gipsgießen, ich habe da die großen Tüten einfachen Reparaturgips aus dem Baumarkt genommen, der ist günstiger als dieser spezial Gips zum Figuren gießen 🙂 und funktioniert genauso gut.

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  3. rage schreibt:

    OOOH JA! In diese Falle bin ich auch einmal getappt. Super Kindergeburtstag ist vorbei. Es gab eine Ritterburg, verziert mit Süßigkeiten als Kuchen, wir haben wilde Ritterspiele gemacht und jedes Kind durfte sich ein großes Schild mit eigenem Wappen basteln. Alle waren begeistert. Dann wurden die ersten Kids abgeholt und zwei fragten nach dem „Tütchen“. ??? Bitte was? Ja, ich hatte es vergessen, wenngleich ich nicht der Auffassung war, dass die Kids zu wenig Süßes schnabuliert hatten…

    Seitdem weigere ich mich diese Tüten zu kaufen. Bei uns gibt es als Mitbringsel mal ein SuperMan-Foto des jeweiligen Kindes, mal beim Geburtstag gebackene Kekse oder auch einen selber fertigzustellenden Flaschenöffner für Zuhause.

    Inzwischen ist es fast schon ein Ritual geworden, drei Monate vor dem besagten Geburtstag mal den Kreativschrank durchzugehen und zu schauen, was da so für „Reste“ drin sind. Hierbei gehts gar nicht mal um irgendwelche (fragwürdigen) Gastgeschenke, sondern acuh um Materialien für Spielideen. Wir hatten schon ein Ritterfest, haben Frühlingserwachen mit Olaf gespielt, eine Superheldenfete oder auch die Suche nach DinoEiern im November. Hat alles großartig geklappt und meistens mit den Dinge, die ich noch im Schrank gefunden habe. ich glaube, ich verfasse dazu auch mal einen Blogartikel.

    Und jetzt würde ich ja gerne wissen, wie dein Tag gelaufen ist?!!? Gehts euch gut? Ich hoffe ihr hattet eine großartige Sause.

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    • Brombeerhecke schreibt:

      Hallo Rachel! Zu unserem Kindergeburtstag: Kinder glücklich, Eltern fix und fertig, Haus zerstört! 😉 o.k. das war nun etwas überspitzt, aber mich würde schon unter anderem interessieren wie man Acrylfarbe von den Wänden bekommt… Unsere Kleinen waren super aufgeregt und aufgedreht. Sie sind 4 h durch die Wohnung getobt. Ich hatte am Anfang einen Plan, aber nach den ersten 10 Minuten wusste ich, den kannste knicken. Aus dem „Mumien wickeln-Spiel“ wurde eine wilde Klopapierschlacht. An Topfschlagen, Reise nach Jerusalem u.ä. war nicht zu denken. Ich konnte mir nämlich gar kein Gehör verschaffen … Die Kinderdisco mit diesen Leuchtknickstäben kam sehr gut an sowie das Basteln von kleinen Schatzkistchen für die besagten Gastgeschenke. Ohne diese hätte ich den Nachmittag wohl nicht überlebt. Alle 10 Minuten wurde ich befragt wann es wieder Preise gibt. Uff. Also nicht, dass es falsch rüber kommt – die Kinder waren super knuffig und liebenswert, aber es war schon mega anstrengend! „Zusammenbrech“
      Also mich würde dein geplanter Blogbeitrag zum Thema Kindergeburtstag seeeeeehr interessieren! Deine Beschreibungen klingen total kreativ und wenn das dann auch noch ohne Materialschlacht funktioniert, klasse! Heute gehe ich auf jeden Fall sehr früh ins Bett ;-D Seit gestern habe ich sehr viel Respekt vor Erziehern und Lehrern!

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