Minimalismus in der Hausapotheke – Verschwendung von Medikamenten vermeiden

Aktuell entrümpel ich im Rahmen meiner Advent-Declutter-Aktion erneut unser Haus. Dabei bin ich auf unsere Hausapotheke gestoßen. Der große Haufen an angebrochenen und teilweise abgelaufenen Tabletten, Säften, Cremes und Globuli wirft bei mir viele Fragen auf. Wie konnten so viele Medikamente zusammenkommen, wo wir doch kaum krank waren? Geht das anderen Haushalten auch so? Wie wird Arznei richtig entsorgt? Und wie viele Medikamente wandern wohl jährlich in den Müll?

Unsere Hausapotheke: eine Kiste voll ungenutzter Medizin

Ich musste eine Weile nachdenken, um zu verstehen, warum wir so viele ungenutzte Medikamente im Haus haben.

  • Bei fast jedem Arztbesuch bekommen mein Mann, meine Tochter und ich Medikamente verschrieben. Ohne zu kontrollieren, ob wir diese vorrätig haben, gehen wir zu Apotheke und lösen das Rezept ein. Deshalb haben wir beispielsweise drei angebrochene Packungen mit Tabletten gegen Nasennebenhöhlenentzündung.
  • Als meine Tochter noch ein Baby war, hatte ich Angst vor Notfällen. Dies hat dazu geführt, dass ich verschiedenste Präparate für Kinder auf Vorrat eingekauft habe. Fiebersaft, Fieberzäpfchen, Ohrentropfen … Gott sei Dank haben wir das alles nie bis selten benötigt. Die Medikamente sind inzwischen abgelaufen.
  • Wenn ich krank bin, behandel ich mich zuerst mit rezeptfreien Arzneimitteln. Ich kaufe mehr ein als nötig. Frei nach dem Motto „Mal schauen, was hilft.“ Wenn sich mein Zustand verschlechtert, gehe ich doch noch zum Arzt und erhalte erneut Rezepte für Medikamente.
  • Wenn wir Medizin nicht mehr einnehmen, werfe ich sie in eine unübersichtliche Kiste, in der wir nichts wiederfinden.

Das Ergebnis ist nun ein großer „Medikamentensalat“. Einen Teil davon muss ich entsorgen.

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Das Berliner Umweltbundesamt schätzt, dass mehr als 1000 Tonnen Medikamente im Jahr im deutschen Müll landen. (Quelle: DocCheck News: Reportage: Medikamente auf dem Müll). Ein Irrsinn, wenn man bedenkt, dass in Arztpraxen, die Patienten ohne Krankenversicherung behandeln, wichtige Arzneistoffe Mangelware sind. Wir brauchen wohl nicht nur Foodsaver, sondern auch Medicinesaver. Medikamentenspenden sind in Deutschland allerdings aus verschiedensten Gründen illegal. Wenn Du mehr darüber erfahren willst, interessieren Dich vielleicht diese spannenden Artikel:

DocCheck News: Reportage: Medikamente auf dem Müll

Apotheker ohne Grenzen

Umweltbelastung durch Medikamente

Es ist nicht nur schade, wenn Arznei im Müll landet. Die Entsorgung stellt bei falscher Vorgehensweise eine große Belastung für unsere Gewässer dar. Laut Spiegel entsorgt jeder zweite Deutsche Medikamente über die Toilette oder die Spüle. So gelangen sie in unser Wasser. Circa 150 verschiedene Wirkstoffe werden heutzutage in unseren Flüssen, Seen und Bächen nachgewiesen. (Quelle: Spiegel Online: Wohin mit abgelaufenen Medikamenten?)

Richtige Entsorgung von Medikamenten

Aber wie entsorge ich Medikamente richtig? Hierzu habe ich Folgendes recherchiert:

  1. Tabletten, Tropfen und Co. nie in die Toilette oder den Abfluss kippen. Reste in Flaschen nicht ausspülen.
  2. Medikamente über den Hausmüll entsorgen, wenn kein gesonderter Hinweis im Beipackzettel zu finden ist. Warum das so einfach geht? Laut Bundesministerium für Gesundheit wird unser Müll seit Mitte 2015 verbrannt oder mechanisch-biologisch vorbehandelt, bevor er auf die Deponie wandert. Die Wirkstoffe werden so weitgehendst inaktiviert und stellen keine Gefahr mehr da. (Quelle: Bundesministerium für Gesundheit: Arzneimittel richtig aufbewahren und entsorgen)
  3. Wenn Du Dich darauf nicht verlassen willst, kannst Du Dich auf der Seite arzneimittelentsorgung.de informieren, welche weiteren Entsorgungswege in Deinem Bundesland möglich sind.

Anzeichen für verdorbene Medikamente

Natürlich frage ich mich nun, wie ich erkenne, was in unserer Hausapotheke noch wirksam ist. Folgende Merkmale zeigen, dass eine Arznei verdorben ist:

  • Verfärbungen bei Tabletten Zäpfchen, Cremes und Gele
  • Verflüssigung bei Zäpfchen, Cremes und Gele
  • Risse bei Tabletten
  • Fremde Geruchsentwicklung
  • Aufgeblähte Verpackungen
  • Ausflockungen oder Trübungen in Flüssigkeiten

Das Bundesministerium für Gesundheit rät zudem, jedes Medikament mit abgelaufenem Verfallsdatum zu entsorgen. Auch wenn ein Medikament unversehrt aussieht, kann es sein, dass es sich verändert hat. Ich persönlich glaube, dass Arznei, die das Verfallsdatum nur wenig überschritten hat, noch wirksam ist. Aber ich gehe doch lieber auf Nummer sicher, da ich keine Pharmazeutin bin.

(Quelle: Bundesministerium für Gesundheit: Arzneimittel richtig aufbewahren und entsorgen)

Verschwendung von Medizin vermeiden

Zukünftig möchte ich bewusster beim Einkauf von Medikamenten vorgehen. Folgende Ideen habe ich hierzu:

  • Nicht auf gut dünken, Präparate einkaufen. Nicht von der Werbung beeinflussen lassen. Rat vom Arzt einholen oder Arznei wählen, mit der ich schon gute Erfahrung gemacht habe.
  • Vor dem Einkauf gewissenhafter prüfen, was bereits in der Hausapotheke vorhanden ist.
  • Struktur in die Hausapotheke bringen für eine schnelle Übersicht über die vorhandenen Tabletten, Salben, Tropfen etc.
  • Bei leichten Erkrankungen nicht sofort die Chemiekeule schwingen. Bewährte Hausmittel, wie Zwiebelhonig, Ginger Shot oder Thymiantee einsetzen.
  • Medikamente gemäß Verpackungshinweis lagern, sodass sie möglichst lange haltbar bleiben.
  • Medikamente mit Faltschachtel und Beipackzettel aufbewahren. Auch Wochen später ist so klar, um welchen Wirkstoff es sich handelt und wie er eingesetzt werden soll.
  • Öffnungsdatum auf dem Medikament notieren. Zur Haltbarkeitskontrolle gemäß Beipackzettel.

Gut, dann schaue ich jetzt mal, wie ich unsere Hausapotheke auf Vordermann bringe!

Nachtrag – Das Ergebnis: 

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In unserer Küche gibt es nun die Medikamentenschubade. Schön ist anders, aber auf einen Blick sehen wir, was wir besitzen 🙂

 

 

 

10 Gedanken zu “Minimalismus in der Hausapotheke – Verschwendung von Medikamenten vermeiden

  1. Ökohexe schreibt:

    Huhu!
    Wirklich witzig! Auch wir haben so eine Kiste. Auch ich habe mir schon zu dem Arzneimittelkonsum viele Gedanken gemacht, gerade auch weil dieser mit großem Ressourcenverbrauch einhergeht. Man denkt einfach viel zu wenig daran. Rezeptfreie Erkältungsmittel habe ich beispielsweise restlos durch Tee ersetzen können. Lediglich wirklich notwendige und nicht ersetzbare Medikamente werden neu angeschafft. Aber das Ausmisten der alten Kiste steht uns auch noch bevor… 😀
    Toller Blogeintrag!

    Liebe Grüße
    die Ökohexe

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    • Brombeerhecke schreibt:

      Hallo Ökohexe! Danke für Dein Feedback 🙂 Ich war bisher total unbewusst beim Umgang mit Medikamenten! Habe jetzt ausgemistet und hoffe es häuft sich nicht mehr so viel an. Wir nehmen seit einiger Zeit auch hauptsächlich Thymiantee und Salbeitee bei Erkältungen. Werde allerdings total irre, wenn meine Nase dicht ist. Deshalb gehört Nasenspray bei Schnupfen zu meiner Grundausstattung. LG Katrin

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      • Ökohexe schreibt:

        Kennst du schon die Nasendusche? Wir haben so ein Ding zu Hause- total klasse. Spült ausschließlich mit lauwarmem Salzwasser die Nase frei. Dazu noch Ingwer-Nelkentee. Da überleben keine Viren! 😀

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        • Brombeerhecke schreibt:

          Hallo Ökohexe. Ich kenne bisher nur die Nasenspülkanne. Mit dieser bekomme ich die Nase nicht frei, wenn sie dicht ist. Vielleicht macht die Nasendusche mehr Druck und schafft es deshalb? Wie viele Nelken gibst du in den Tee? Bisher mache ich nur Ingwertee. Würde gerne mit Nelken aufrüsten!

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          • Ökohexe schreibt:

            Huhu Kathrin,
            denke, dass es da keinen großen Unterschied gibt. Wahrscheinlich würde dir die Nasendusche auch nicht helfen…
            Für einen halben Liter nehme ich zusätzlich zu dem Ingwer ca. 3 getrocknete Nelken. Meistens dann noch frische Basilikumblätter oder Thymian oder Salbei. Keine Ahnung, ob es wirklich viel hilft, aber -toi, toi, toi- ich hatte jetzt länger keine Erkältung und habe mehrfach bei den
            „Anfangssymptomen“ der Erkältung entgegenwirken können.
            Liebe Grüße!

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