Lebensmittel kaufen – saisonal, regional, vegan, plastikfrei?

Mein Mann und ich denken zurzeit viel darüber nach, wo wir unsere Lebensmittel einkaufen.Regional, saisonal und frei von Plastikverpackung soll es sein. Gar nicht so einfach! Ich habe diese Woche recherchiert, welche Möglichkeiten wir in unserer Umgebung haben, um schnell an gutes Essen zu kommen.

Gutes Essen was heißt das überhaupt? Wir diskutieren über folgende Eigenschaften:

  • Regional und saisonal. Regionales und saisonales Essen hat keine langen Transportwege oder Lagerzeiten hinter sich. Es ist deshalb im Regelfall nährstoffreicher und schmeckt frischer als Lebensmittel, die von weit herkommen. Die Umwelt wird weniger belastet, da der Transport wegfällt.
    Schau mal, hier bei utopia.de gibt es einen Saisonkalender für Obst und Gemüse.
  • Bio. Zertifizierten Bio-Betrieben ist es nicht erlaubt, Kunstdünger, Pestizide oder Gentechnik einzusetzen. Tiere erhalten keine Wachstumshormone oder vorbeugende Antibiotika.
    Mein Mann hat aufgrund von Skandalen im Bio-Business kein Vertrauen mehr in die Siegel. Er meint, wir können uns das sparen. Ich habe hingegen Hoffnung, dass Bio-Landwirtschaft nachhaltiger ist.
  • Vegan. Wir sind uns einig, dass es aus vielen Gründen Sinn macht, vegan zu essen. Wir arbeiten daran, schaffen es aber momentan nicht, ganz ohne tierische Produkte auszukommen. Deshalb machen wir uns auch Gedanken über …
  • Artgerechte Tierhaltung. Denke ich an artgerechte Tierhaltung, fallen mir die Hühner auf dem ehemaligen Hof meiner verstorbenen Großtante ein. Ein schöner Stall, den ganzen Tag Auslauf, natürliches Futter. Küken durften bei der Mama bleiben, solange sie wollten. Ob wir so etwas hier finden?
  • Plastikfrei.  Um Müll zu sparen, wollen wir nicht, dass unsere Lebensmittel in Plastik verpackt sind.

Wir kaufen bisher aus Bequemlichkeit hauptsächlich im großen Lebensmittelhandel um die Ecke. Der Einkauf mit unserer Anforderungsliste wird dort allerdings zur Odyssee:

Nehmen wir den Bio-Apfel aus Neuseeland oder den konventionellen Apfel aus Brandenburg?

Willst Du die in Plastik verpackte Bio-Gurke oder die konventionelle Gurke ohne Verpackung?

Zur Auswahl stehen Eier aus Bio-Haltung, Freiland-Haltung und Eier von Hühnern ohne gekürzte Schnäbel. Verdammt! Gekürzte Schnäbel??

Ist der Käse „aus Milch von Tiroler Bergbauernhöfen“ wirklich von Kühen, die auf der Weide stehen?

Woher stammt das Soja für den Sojadrink? Wird für den Anbau Regenwald abgeholzt?

Mich frustriert das. Ich will sehen, wie unsere Lebensmittel produziert werden. Deshalb möchten wir in den nächsten Wochen folgende Einkaufsmöglichkeiten bei uns im Kiez ausprobieren:

ECF Aquaponik Farm Berlin – gleich bei uns um die Ecke

Kennst Du Aquaponik? Das ist wirklich ein geniales System. Wie es funktioniert und welche Vorteile es bringt, erklärt Dir das folgende Video:

Quelle: Youtube.de. spiegeltv. https://www.youtube.com/watch?v=4dxS3i2hIJ0

Wir hatten bereits Anfang letzten Jahres bei der ECF Farm eine Gemüsekiste abonniert und waren damit glücklich. Jede Woche haben wir eine Kiste voll mit frischem Gemüse und mit Kräutern auf der Farm abgeholt. Die Tomaten sind der Oberhammer! Leider ist die Abokiste abgeschafft worden. Irgendwann waren wir dann zu faul, zum Hofverkauf zu gehen. Jetzt sind wir aber wieder motiviert. Gemüse und Kräuter nachhaltig produziert ohne Verpackung aus unserem Kiez – was will man mehr?

Food Assembly

Große Hoffnung lege ich auf das Konzept Food Assembly. Eine Food Assembly ist eine Gemeinschaft von Käufern und Erzeugern. Regelmäßig trifft sich die Assembly zum Ver- und Einkauf. Dabei können die Käufer direkt vom Erzeuger alles über die Herstellung, die Tierhaltung oder die Anbaumethode erfahren.

Ich habe mich nun für die Assembly Berlin Schöneberg angemeldet und bin gespannt auf das erste Treffen am 22. November. Ich verstehe noch nicht den Vorteil gegenüber einem regionalen Wochenmarkt.

Den Bio- und Wochenmarkt möchte ich auch wieder häufiger besuchen.

Mir fällt schon beim Schreiben auf, das der Einkauf zeitintensiver wird. Es reicht nicht mehr aus, zum Supermarkt um die Ecke zu schlurfen. Aber Zeit habe ich ja nun. Als alter Sparfuchs habe ich bei den genannten Einkaufsmöglichkeiten auch immer „Angst“ vor der Rechnung. Da ich die Discountpreise gewöhnt bin, schlucke ich, wenn ich für ein paar Sachen im Einkaufskorb die größeren Scheine zücken muss. Aber wenn ich nicht bereit bin, mir Zeit zu nehmen nachhaltig und fair produzierte Lebensmittel zu finden und den Preis dafür zu bezahlen, dann zahlen den Preis andere: schlecht bezahlte Erzeuger, jämmerlich gehaltene Tiere, die Umwelt. Es bleibt die Frage offen, was Familien machen sollen, die aus finanziellen Gründen auf Discountpreise angewiesen sind.

Was uns im Moment auf jeden Fall den Einkauf erleichtert, ist der Einkaufslisten-Hack für Faule von Frau Ding Dong! Damit wissen wir schon einmal, was wir einkaufen wollen. Es stellt sich dann nur noch die Frage, wo wir es herbekommen.

Auch interessant

Das Thema Solidarische Landwirtschaft finde ich interessant. Ich bin allerdings noch nicht tiefer in die Thematik eingestiegen.

Zum Thema Urban Gardening habe ich diesen schönen Blog von Andrea Bangel entdeckt: mygreentown.de

Hast Du schon vom Geodome Projekt gehört? Das Team von Geodome entwickelt nachhaltige Anlage, in der sich eine Gemeinschaft nahezu selbst mit Lebensmitteln versorgen kann! Sehr beeindruckend!

Quelle: geodome-projekt.jimdo.com/

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