Minimalismus und nachhaltiger Lebensstil Level 2 – Winter is coming!

Letztes Frühjahr habe ich mein Leben rundum erneuert. Ich habe meinen Job gekündigt, meinen Konsum heruntergefahren, bin Foodsaver geworden, minimalisiere unseren Haushalt, fahre Rad anstatt mit den Öffis und versuche möglichst pflanzenbasiert zu essen.

Mehr dazu findest Du in diesen Blogbeiträgen:

Wie will ich leben?

#Konsumauszeit 2016

Kündigen ohne neuen Job

Foodsharing

Ich bin sehr glücklich über meine aktuelle Lebensentwicklung. Dennoch – der Winter hält einige Herausforderungen für mich bereit! Konsumauszeit und nachhaltiger Lebensstil – das ist mir im Sommer leichter gefallen.

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Vegan essen – „Ich hätte so gern ein Würstchen!“

Die vegane Ernährung fällt mir, das muss ich ehrlich zugeben, immer schwer. Mein aktueller Kompromiss ist, dass ich nur am Wochenende und bei Einladungen tierische Produkte esse. Seit es so kalt ist, kämpfe ich selbst damit. Mir scheint, jedes klassische Wintergericht enthält Tierisches: Grünkohl ohne Pinkel? Weißkohl ohne Speck? Weihnachtsmarkt ohne Christstollen? Silvester ohne Raclette oder Fondue?

Ich vermute, dass ich zu wenige deftig-vegane Rezepte kenne. Mein Vorsatz für den restlichen November lautet deshalb: Mindestens 5 neue vegane Wintergerichte ausprobieren! Wenn ich leckere Alternativen kenne, sollte mir die Umstellung nicht so schwer fallen.

Foodsharing und der „Kohl-Koller“

In meinem geliebten Bioladen rette ich als Foodsaverin zurzeit die Wintergemüse Kohl, Wirsing und Mangold in rauen Mengen. Das passt eigentlich ganz wunderbar. Ich will Lebensmittel entsprechend der Saison und aus der Region essen. Allerdings geht es meiner Familie und mir nun wie vor ein paar Jahren mit der regionalen Gemüsekiste: Nach zwei Wochen Weißkohl und Rotkohl im Wechsel nimmt der Appetit darauf bei uns rapide ab. Ich finde das interessant! Was die Vielfalt unseres Speiseplans angeht, sind wir heute verwöhnt. Früher gab es im Winter eben hauptsächlich Kohl und eingelagerte Äpfel. Nix da mit Bananen, Tomaten, Paprika und Co.

Meine Lösung für den Kohl-Koller: Nach abwechslungsreichen Rezepten mit Kohl suchen und einen Teil des Kohls an die Nachbarn verschenken. Wobei ich jetzt schon weiß, dass das schwierig wird. Ich kenne nicht so viele Liebhaber dieses Wintergemüses. Ich werde wohl die Fair-Teiler von foodsharing.de anfahren müssen.

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Radfahren – mit dem Drahtesel durch alle Jahreszeiten

Bisher gehörte ich zu den Schönwetter-Radlern. Diesen Winter mache ich ernst! Ich fahre weiter! (Hoffe ich …) Mein Mann ist mein großes Vorbild, er radelt seit Jahren durch alle Jahreszeiten.

Wetterfeste Kleidung habe ich bereits. Nun wird es Zeit, dass ich mein Fahrrad auf Vordermann bringe. Ein guter Grund zum ersten Mal in ein Repair Café zu gehen. Ich werde davon berichten.

Heizen – mit Decke und Wärmflasche auf dem Sofa

Da mein Mann und mein Kind immer schwitzen, heizen wir sehr sparsam. Das ging letztes Jahr so weit, dass wir bei der Betriebskostenabrechnung 850 € zurück bekommen haben! Du kannst Dir also vorstellen, wie „gemütlich kalt“ es bei uns in der Bude ist. Ich persönlich halte es nur mit Fließpulli, Decke und Wärmflasche aus. Mein Vater ist „Kachelofen-Heizer“. In meinem Elternhaus bollerte im Winter der Holzofen und wir hatten um die 25 Grad. Wenn Besuch kam, mussten die erst mal das Fenster aufreißen. Vielleicht liegt es daran, dass ich so verfroren bin.

Ich frage mich, welche Raumtemperatur klimafreundlich ist. Gar nicht heizen wäre wohl am besten, aber irgendwann frieren die Wasserleitungen ein und es wird unerträglich. Wir wohnen inzwischen in einem kleinen Energiesparhäuschen. Unsere Heizung ist aufgrund der Umweltauflagen des KfW-Kredites so gedrosselt, dass wir nicht über 21 Grad heizen können. Einige Nachbarn mit „demselben Schicksal“ sind damit massiv unzufrieden. Für uns ist es nicht tragisch, da wir sowieso freiwillig weniger heizen. Wie warm magst Du es in Deiner Wohnung oder welche Raumtemperatur findest Du klimafreundlich?

Konsumauszeit – Adventskalender, Nikolaus und Weihnachten

Seit die Konsumauszeit 2016 von Apfelmädchen und sadfsh gestartet ist, werde ich mit winterlichen Konsumherausforderungen bombardiert: Die Kita wollte einen elektrischen Laternenstab für St. Martin, der Adventskalender will gefüllt werden, wir „brauchen“ (haha) einen Adventskranz, Nikolaus- und Weihnachtsgeschenke.

Einen elektrischen Laternenstab für den Sankt Martins Umzug hatten wir erfreulicherweise schon zu Hause. Ich hätte sonst einen kaufen müssen. Einfache Laternenstäbe aus Holz und Teelichter, wie in meiner Kindheit, sind in unserer Kita aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt. Meine Güte – wie haben wir früher bloß überlebt?! Ich will mir gar nicht ausmalen, welche Berge an elektrischen Laternenstäben neuerdings nach St. Martin auf dem Müll landen. Wie traurig!

Tagelang habe ich überlegt, was ich in die Säckchen des Adventskalenders für meine Kleine fülle, ohne die Konsumauszeit zu brechen. Vorsorglich habe ich schon Süßigkeiten von Halloween gehortet, um sie für den Kalender „upzucyceln“. Zudem wollte ich kleine Gutscheine für gemeinsame Mama-Kind-Zeit basteln. Beispiel: „Heute mit der Mama Adventslieder singen.“ Die Idee finde ich immer noch süß. Aber meine Tochter meinte gestern vorsorglich zu mir: „Mama ich will EINFACH NUR SCHOKOLADE im Adventskalender!!!“ Das finde ich doch mal minimalistisch! Ich werde also trotz Konsumstopp ein paar Schokis kaufen. Ich fühle mich sehr entspannt, weil ich nun keine Gutscheine basteln muss.

Für mich selbst habe ich eine tolle Adventsidee auf Facebook entdeckt: „Adventskalender andersherum“! Ich stelle am 1.12. einen Sack oder eine Kiste auf. Bis zum Heiligabend lege ich täglich einen Gegenstand hinein, den ich nicht mehr brauche. Am Ende verschenke ich die 24 Sachen an Freunde, Nachbarn oder Bedürftige. Ich freue mich! Ich habe hier nämlich trotz zahlreicher Entrümpelungsaktionen noch viel Unnötiges herumliegen. Das wird befreiend!

Weihnachtsgeschenke bekommen in unserer Familie seit Jahren nur noch die Kinder. Wir Erwachsenen schenken uns gegenseitig einen entspannten Advent ohne Kaufhausstress.

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So weit zu meinen winterlichen Herausforderungen. Unbedingt möchte ich im November und Dezember auch mit der Gartenliteratur in die Puschen kommen. Sodass ich im Frühjahr mit meinem „Selbstversorgungsprojekt auf dem Balkon“ durchstarten kann. Erfreulicherweise hat mir eine Leserin und erfahrene Gärtnerin angeboten, dass ich ihr hierzu Fragen stellen kann. Darauf komme ich sicherlich zurück. Danke Anke :-)! Auf Facebook habe ich die Anregung bekommen, dass ich bei einem gemeinschaftlichen Urban Gardening Projekt mitmachen sollte. Auch darüber werde ich nachdenken!

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