#Konsumauszeit 2016

Apfelmädchen und sadfsh rufen auf zur Konsumauszeit 2016. Ich mache mit. Wieso erfährst Du hier.

Minimalismus – „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“

Im März diesen Jahres entdeckte ich auf Youtube das Thema Minimalismus. Per Zufall fand ich das Video zum Kleiderschrank ausmisten von Moin Yamina. Von da an packte es mich. Ich schaute jede Minimalismusdoku, die ich finden konnte. Mit Begeisterung entrümpelte ich unsere Wohnung. Gleichzeitig startete ich in meine persönliche Konsumauszeit. Ich versuche, so wenig wie möglich einzukaufen und wenn dann nur gebraucht. Drogerieprodukte, wie Waschmittel, Zahnpasta oder Deo produziere ich mit den Anleitungen von Smarticular selbst. Auf vieles verzichte ich, beispielsweise auf Schminke, Friseurbesuche und Bücher kaufen. Lebensmittel besorge ich zum Teil über Foodsharing.

Am Anfang meines Minimalismus-Projektes war ich euphorisch, beschwingt und fühlte mich befreit. Das Entrümpeln und Selbermachen war ein aufregendes, sinnstiftendes Projekt. Ein schöner Nebeneffekt: Ich reduzierte meine Ausgaben so weit, dass ich mich traute, meinen ungeliebten Job zu kündigen. Zudem habe ich das gute Gefühl, etwas gegen Verschwendung zu tun und umweltbewusster zu leben.

Konsumauszeit – erste Motivationslücken und Zweifel

Inzwischen sind circa acht Monate vergangen. Der Zauber des Anfangs ist vorbei. Ich muss gestehen, dass ich inzwischen immer wieder Situationen erlebe, in denen sich Minimalismus nicht mehr beschwingt, sondern eher wie schnöder Verzicht anfühlt. Ich bekomme Zweifel an meinem Durchhaltevermögen. Aus Erfahrung weiß ich, dass ich vieles radikal praktiziere und dafür kurz. Mit dem Minimalismus und dem achtsamen Konsum soll das nicht passieren. Deshalb freue ich mich, dass im November die Konsumauszeit 2016 von Apfelmädchen und sadfsh startet. Ich erhoffe mir von meiner Teilnahme, einen neuen Motivationsschub für meine Minimalismus-Journey. Die Regeln und den Hintergrund zur Konsumauszeit 2016 kannst Du auf dem Blog von Apfelmädchen und sadfsh nachlesen.

Besonders freue ich mich auf den Austausch mit anderen Teilnehmern über Blogs, Kommentare und Facebook. Ob ich dabei wohl Antworten auf meine Fragen bekomme und Zweifel beseitigen kann?

Minimalismus und Konsumverzicht – meine Zweifel und Fragen

Folgende Fragen beschäftigen mich:

  • Bringt mein persönlicher Minimalismus und Konsumverzicht überhaupt etwas? Ich kaufe weniger ein und produziere etwas weniger Müll. Ist die Auswirkung auf meinen Lebensraum so gering, dass ich es lassen könnte?
  • Ist Verzicht auf Dienstleistungen unfair? Ich mache zurzeit vieles wieder selbst, Haare schneiden, Brot backen, Wohnung putzen etc. Wenn nun alle, die sich sonst diese Dienstleistungen einkaufen (können), auf dieselbe Idee kommen, brechen Arbeitsplätze weg. Von was lebt meine Friseurin, wenn keiner mehr zum Haare schneiden kommt? Sobald ich wieder einen Job habe, mache ich einen Termin bei ihr!
  • Was passiert, wenn alle Minimalisten werden und viel weniger konsumieren? Dann werden weniger Arbeiter in jeglicher Produktion benötigt. Mit dieser Frage schneide ich das komplexe Thema Postwachstumsgesellschaft an. Ein tolles Video hierzu ist unten verlinkt. Zudem bin ich sehr gespannt auf die Utopie-Ökonomie-Konferenz Utopikon, die ich im November besuchen werde!
  • Ist es nicht zynisch, wenn ich mir als „Wohlstands-Minimalist“ etwas darauf einbilde, dass ich mit Kastanien wasche oder nur wenige Kleidungsstücke im Schrank hängen habe? Viele Rentner und Hartz-4-Familien leben gezwungenermaßen minimalistischer als ich. Hier hält mir unsere Oma, die von Grundsicherung lebt, täglich den Spiegel vor. Niemals würde sie auf die Idee kommen, zu entrümpeln! Im Gegenteil, sie hortet für schlechtere Zeiten. Konnte ich nur so freimütig Dinge hergeben, weil ich weiß, dass ich es wieder nachkaufen kann?

Konsumauszeit – meine besondere Herausforderung

Im Großen und Ganzen fühle ich mich trotz Fragen und Zweifel wohl mit einem bewussten Konsum. Es gibt nur eine Sache, bei der ich spüre, dass ich an meine „minimalistischen Grenzen“ komme. Beim Thema Schminken. In den letzten Monaten habe ich mich einfach gar nicht geschminkt. Das hat viele Vorteile: Morgens geht es schnell im Bad. Ich kann im Gesicht herumwischen, ins Wasser hüpfen, schwitzen und im Regen spazieren, ohne einen Gedanken an verlaufene Mascara zu verschwenden. Ich spare Müll, Geld und unterstütze keine Tierversuche in der Kosmetikindustrie.

Aber … Neulich habe ich ein Bild von mir gesehen, das auf einer Geburtstagsparty geschossen wurde. Es zeigt fünf schön gestylte Frauen und dazwischen ich. „Müsli-Katrin“, ungeschminkt, mit selbst geschnittenem Pony, in zerbeulten Jeans … Was soll ich sagen …, autsch!!! Hier sticht meine Eitelkeit den Minimalismus. Ich habe beschlossen meine alte Schminke, die ich in weiser Voraussicht nicht verschenkt habe, aufzubrauchen. Aber was mache ich danach? Schminke gebraucht kaufen bei Kleiderkreisel oder ebay? Schminke neu kaufen und darauf achten, dass sie nicht an Tieren getestet wurde? Dieses Thema wird auf jeden Fall meine größte Herausforderung in der Konsumauszeit 2016! Wenn Du Ideen zu minimalistischer, fairer Schminke hast, schreibe es mir gerne in die Kommentare!

Auf meinem Blog möchte ich, im November zweimal über meinen Status in Sachen Konsumverzicht und Minimalismus schreiben.

Hier findest Du noch einmal den Link zur #Konsumauszeit 2016:

#Konsumauszeit 2016 Blog Apfelmächen und sadfsh

Zum Start habe ich für Dich die Videos/Links zum Thema Minimalismus aufgeführt, die mich am meisten inspiriert haben:

Prof. Dr. Nico Paech – Vortrag „Befreiung vom Überfluß“

Moin Yamina – Ausmisten und Kleiderschrankminimalismus

Anne Donath – Besuch im Blockhaus

Smartikular

Zitat „… jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“: Hermann Hesse

4 Gedanken zu “#Konsumauszeit 2016

  1. baumfrau schreibt:

    Moin, liebe Katrin!

    Ganz vielen Dank für Deine Anregungen – ich mache mich jetzt mal an den Kleiderschrank…

    Was die Schminke angeht, hatte ich bis vor einigen Jahren Unmengen! Und damit meine ich wirklich UNMENGEN! Also: mind. 5 Lippenstifte, Nagellacke, 2-3 Foundation, Puder, 2-3 Rouge usw. usf.

    Bei beruflichen Auftritten oder beim fein ausgehen fühle ich mich (leider?) immer noch wohler mit ein bisschen Schminke – das ganze aber nach langsamen Abbau (immer wieder gefragt, ob das jetzt sein muss und mich wirklich schöner macht…) ziemlich runtergefahren.

    Aktueller Stand:
    1 Lippenstift
    1 Lidstrich
    1 Augenbrauenstift
    1 braunes Puder für Augenschminke
    1 Foundation
    1 Puder
    und alles das langt für mehr als 1 Jahr!!

    So, das wars – wirklich! Dann noch ein „Pfft, pfft“ aus dem EDT-Fläschchen und ich sehe wunderhübsch gepflegt aus. Das Sammelsurium ist sicher für jede anders, ich brauche wg. dünner/heller werdender Brauen einen Augenbrauenstift. Andere brauchen den womöglich nicht und dafür ein wenig Rouge … und so weiter.

    Viel Erfolg wünscht
    Regina

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  2. Steinel Uwe schreibt:

    Also meiner Meinung nach gibt es eine Konsumausyeit nicht wirklich. Wir konsumieren immer, das ist auch elementar fuer unser Leben. Abe wir sollten das in veschiedene Prioritaeten einteilen und was die neidrigste Priorisierung hat, kann weg

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