Job gekündigt – Tipps zum smarten Umgang mit der Arbeitsagentur

Im Sommer habe ich meinen Job gekündigt. In den letzten Tagen hatte ich deswegen zum ersten Mal einen echten Hänger. Der Grund: Regelmäßig muss ich einen Statusbericht über meine Jobsuche beim Arbeitsamt abliefern. Sonst drohen über meine 3-monatige Sperrfrist hinaus weitere Sanktionen. Eigentlich kein Problem – wenn ich wüsste, wie ich beruflich weitermachen will. Ich befinde mich gerade in einer Orientierungsphase. Passende Stellen auszusuchen, fällt mir schwer. Ich brauche noch Luft, um Ideen zu entwickeln.

Schwuppdiwupp, landete ich in der Opferhaltung: „Das böse Arbeitsamt zwingt mich zu Bewerbungen. Dementsprechend schlecht und demotiviert fühlte ich mich. Ich war drauf und dran, mich auf Stellen zu bewerben, die ich auf keinen Fall haben will. Wie gut, wenn man für solche Fälle Freunde hat! Meine beste Freundin klingelte bei mir durch und baute mich auf.

Mit ihren Tipps zum smarten Umgang mit der Arbeitsagentur fühle ich mich gestärkt für den nächsten Termin „uffm Amt“! Denn die persönliche Einstellung macht den großen Unterschied! Ich bin nun zuversichtlich, dass ich mir noch Zeit für meine Orientierungsphase verschaffen kann, ohne sanktioniert zu werden.

Arbeitsamt Tipp 1 – auf Augenhöhe kommen

Für mich fühlt es sich nicht gut an, Arbeitslosengeld zu bekommen. Und da der Ansprechpartner auf dem Arbeitsamt diese Unterstützung auch noch streichen kann, nahm ich automatisch eine unterwürfige Haltung ein.

Stopp! Zuallererst ist es wichtig, mit dem Berater auf Augenhöhe zu kommen. Diese Unterwürfigkeit muss nicht sein. Mein Ansprechpartner ist nicht mein Chef/Lehrer, sondern mein Dienstleister/Partner. Ich will eine Arbeit finden, die zu mir passt. Die Aufgabe des Ansprechpartners ist es, mir dabei zu helfen. Somit ist der Termin bei der Arbeitsagentur keine Prüfung, sondern ein Gespräch zwischen zwei Erwachsenen: Dienstleister und Kunde. Ich steuere den Prozess und lasse mich nicht steuern.

Arbeitsamt Tipp 2 – die Mitarbeiter der Agentur für Arbeit verstehen

Versetzen wir uns in die Mitarbeiter auf dem Arbeitsamt hinein. Sie sind auch Menschen. Und was wollen sie deshalb mit großer Wahrscheinlichkeit? Wenig Stress im Büro und pünktlich nach Hause. Am wenigsten Stress haben die Mitarbeiter mit Kunden, die sich selbst zu helfen wissen und motiviert einen Job suchen. Diesen Eindruck muss ich vermitteln, wenn ich nicht möchte, dass mein Berater mir ungewollte Stellenangebote zusendet oder mich auf Fortbildungen schickt. Selbst dann, wenn ich mich in der beruflichen Orientierungslosigkeit befinde. Beim Termin berichte ich deshalb motiviert von meinen Aktionen auf der Jobsuche (hierzu mehr in Tipp 4). Im Gespräch kommen folgende Aussagen gut an: „Ich komme gut voran.“, „Ich bin sehr aktiv.“, „Ich habe interessante Gespräche geführt.“, „Ich glaube, dass sich in Kürze etwas ergeben wird.“. So fühlt sich der Ansprechpartner nicht in der Pflicht, die Jobsuche aktiv zu unterstützen.

Arbeitsamt Tipp 3 – selbst die Fragen stellen

Wichtig ist, das Gespräch mit dem Ansprechpartner der Agentur aktiv zu gestalten. Ich warte nicht ab, bis ich mit Fragen bombardiert werde, die ich nicht beantworten kann. Ich stelle selbst Fragen: „Wie kann mich die Agentur für Arbeit bei meiner Jobsuche unterstützen?“, „Gibt es Fortbildungen, die Sie mir anbieten können?“, „Welche Jobsuchportale finden Sie am besten?“, „Wie funktioniert der Gründerzuschuss?“. Die Fragen erzeugen einen motivierten Eindruck und ich bekomme vielleicht hilfreiche Antworten, die mich weiterbringen.

Arbeitsamt Tipp 4 – der eindrucksvolle Statusbericht

Ich sende zurzeit alle zwei Monate einen Statusbericht zu meiner Jobsuche an das Amt. Es hat mich bisher gestresst, genügend Bewerbungen zu erreichen. Aber dank meiner Freundin weiß ich nun, nicht nur schriftliche Bewerbungen zählen. Auch Telefonate, Netzwerktreffen und vieles mehr bereichern den Statusbericht. Sämtliche Aktionen, die mit meinem „Orientierungslauf Beruf“ zu tun haben, bringe ich nun mit ein:

  • Telefonate mit ehemaligen Kollegen und Freunden aus meiner Branche
  • Teilnahme am Ex-Kollegenstammtisch, bei dem es (auch) um offene Stellen ging
  • Besuch eines Kongresses oder einer Messe
  • E-Mails über XING oder LinkedIn, z. B. mit Headhunter
  • Einarbeitung in die Themen SEO, Redaktionspläne und Online-Marketing für diesen Blog
  • Tätigkeit bei Online-Textbörsen

Ich bin zuversichtlich, dass ich mit diesen Tipps selbst bestimme, wie es bei mir beruflich weitergeht. Dazu habe ich mir folgenden Plan aufgestellt:

  1. Ich bewerbe mich nicht auf Stellen, die ich nicht will.
  2. Den Prozess mit der Arbeitsagentur steuere ich selbstbewusst.
  3. Ich gebe mir noch etwas Zeit, um Kraft zu tanken und neue Ideen zu schöpfen.
  4. Anfang nächsten Jahres starte ich beruflich wieder durch.

Ob alles so funktioniert mit der Arbeitsagentur wie gedacht? Ich halte Dich auf dem Laufenden!

9 Gedanken zu “Job gekündigt – Tipps zum smarten Umgang mit der Arbeitsagentur

  1. Bettina schreibt:

    Hallo Katrin! Ich war mal in einer ähnlichen Situation… durch einen Umzug (aus familiären Gründen) während meiner Elternzeit konnte ich nicht mehr in meinen Job zurück und habe selbst gekündigt. Ich war alles andere als smart im Umgang der Arbeitsagentur 😉 Mich hat das alles sehr gestresst… aber: ich habe mir damals einen Bildungsgutschein erkämpft und konnte damit eine 3-monatige Weiterbildung meiner Wahl machen. Das hat mir die Tür zu einem neuen Job in der neuen Stadt geöffnet. Vielleicht wäre das was für dich? LG, Bettina

    Gefällt 1 Person

    • Katrin schreibt:

      Hallo Bettina,
      das klingt auf jeden Fall sehr spannend! Ich werde mich mal aufschlauben, welche Weiterbildungen möglich sind. Vielleicht komme ich dadurch auch auf neue Jobideen! Danke 🙂

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  2. Frau Pingaga schreibt:

    Ja, kenne ich alles. Zum Glück hab ich mir von Anfang an vorgenommen, auf Augenhöhe mit denen zu gehen- hatte bisher auch nur ausschließlich sehr nette BeraterInnen! 🙂
    Als Alleinerziehende hat man da aber allerdings auch noch einen besonderen Status. Sehr angenehm, ehrlich gesagt.

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    • Bettina schreibt:

      Ich glaube, die Einstellung des Beraters macht sehr viel aus! Ich hatte einen Mann, 55+, der der Meinung war, dass ich als Mutter zweier Kinder (darunter eins unter drei) ja wohl nicht ernsthaft an Arbeit interessiert sei und anspruchsvolle Jobs aufgrund meiner Mutterschaft schon gar nicht in Frage kommen. Er wollte mir deshalb auch keinen Bildungsgutschein für eine Weiterbildung zugestehen. Nach Beschwerde beim Vorgesetzten habe ich den Gutschein bekommen und meine Weiterbildung absolviert – und hatte als erste aus dem Kurs einen neuen Job 🙂

      Derselbe Berater war auch für zwei männliche Teilnehmer meines Kurses zuständig – denen hat er den Bildungsgutschein regelrecht aufgedrängt, wegen der guten Erfolgsaussichten…

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