Wie Du in der Natur mehr über Dich selbst erfährst

Wer sein Verhalten bei einem Aufenthalt in der freien Wildbahn genauer beobachtet, findet viel über sich selbst heraus. Die Erkenntnisse lassen sich leicht auf andere Lebenssituationen übertragen. Lerne hier einen spannenden Zugang zur Natur kennen, der Dich bei der Weiterentwicklung Deiner Persönlichkeit unterstützt.

Spannende Zugänge zur Natur

Bei einer Wanderung auf Korfu hatte ich das große Glück, einen inspirierenden Wanderführer kennenzulernen. Der studierte Psychologe und Philosoph berichtete über die verschiedenen Zugänge zur Natur. Diese beschreiben, wie Menschen ihren Lebensraum, die Erde, verstehen und nutzen. In unserer modernen Welt wird die Natur meist nur als Materie wahrgenommen, die zur Produktion von Lebensmitteln und Gegenständen taugt. Für Kinder hingegen ist sie ein großer Spielplatz. Jeder Stock, jedes Steinchen dient als Spielzeug. Viele ursprüngliche Völker haben einen besonderen Zugang zur Natur. Sie verstehen nicht nur Tiere, sondern auch Pflanzen und Steine als beseelte Wesen. Eine weitere Möglichkeit fasziniert mich besonders: Die Natur kann ein Spiegel unserer Persönlichkeit sein. Sie hilft uns, unsere Stärken und Schwächen zu analysieren und uns weiterzuentwickeln. 

Wie die Natur uns den Spiegel vorhält

Eine Wanderung in die Berge, eine Exkursion in den Wald, Zelten am Strand – wer bei kleinen Outdoor-Abenteuern genauer auf seine Gefühle und sein Verhalten achtet, erkennt versteckte Wesenszüge und Denkmuster. Diese fallen im Alltag seltener auf, wirken sich aber bewusst oder unbewusst auf den Lebensweg aus. Die folgenden Beispiele verdeutlichen, wie Du Dich mithilfe der Natur besser kennenlernst:

  • Wie fühlst Du Dich, wenn Du am Fuße eines hohen Berges stehst? Freust Du Dich darauf, hinaufzusteigen? Nimmst Du die Herausforderung selbstbewusst an? Oder will Du am liebsten beim Anblick der Felsen aufgeben, obwohl Du gut trainiert bist? Kannst Du diese Gefühle auf berufliche oder private Projekte übertragen?
  • Sind Deine Hände nach dem Brombeerenpflücken von den Dornen zerkratzt? Wie ist das passiert? Hattest Du Angst zu kurz zu kommen? Warst Du hektisch? Wolltest Du für andere die schönsten Beeren pflücken und hast dabei nicht mehr auf Dein eigenes Wohlbefinden geachtet? Auf welche Situationen in Deinem Leben kannst Du Deine Erkenntnisse übertragen?
  • Stolperst Du ständig über Steine und Wurzeln auf dem Weg? Würde es Dir gut tun, mehr im Hier und Jetzt zu sein?
  • Sinkt Deine Motivation beim ersten Regenschauer auf den Nullpunkt? Stellst Du später erleichtert fest, dass ein paar Wassertropfen nicht tragisch sind? Vielleicht ist auch im Alltag vieles nicht so schlimm, wie Du zuerst befürchtest?

Wanderung mit schwerem Gepäck – ein Gleichnis für seelischen Ballast

Auf einer Wanderung mit meiner Familie habe ich erlebt, wie schnell ich in der Natur, fernab des Alltags innere Blockaden erkennen kann.

Meine vierjährige Tochter wanderte vor mir auf einem ehemaligen Eselspfad im Gebirge. Obwohl sie langsam müde wurde, schleppte sie mit verkrampften Händen ein großes Stück Baumrinde. Dieses schwere Gepäck hatte sie am Wegrand gefunden und wollte es mit zur Ferienwohnung nehmen. Um leichter voranzukommen, schlug ich ihr vor, die Rinde fallen zu lassen. Zu Hause gäbe es genug Holz zum Spielen, argumentierte ich. Sie lehnte entschieden ab. All mein gutes Zureden überzeugte sie nicht. Innerlich wurde ich von Schritt zu Schritt wütender, da ich mein Kind nicht daran hindern konnte, sinnlos seine Kraft zu vergeuden.

Irgendwann fiel mir auf, dass ich in dieser harmlosen Situation überreagierte. Ich fragte mich, was mich am Anblick meiner schwer beladenen Tochter emotional so aufwühlte. Ich begann zu verstehen, dass dieses Bild ein Gleichnis für mein eigenes Leben war. Seit Jahren hielt ich selbst verkrampft an sinnlosem Ballast fest. In meinem Fall war es keine schwere Baumrinde, die mich behinderte. Eingefahrene Glaubenssätze erschwerten meinen Lebensweg. „Du bist nicht gut genug!“, „Das klappt sowieso nicht!“ oder „Was sollen die anderen denken!“ gehörten zu meinen festgefahrenen Denkmustern. Diese behinderten mich daran, mich für meine Wünsche und Träume einzusetzen. Obwohl diese inneren Mantren falsch, sinnlos und behindernd waren, hatte ich es bisher nicht geschafft, sie einfach loszulassen. Ich hielt verkrampft an ihnen fest, anstatt sie abzuschütteln, um leichter voranzukommen. Da half auch kein Argumentieren von guten Freunden. Ich schaute meine Tochter noch einmal an und lachte verdutzt auf. Wie gut mich diese Situation spiegelte! Ich nahm mir fest vor, mich von meinem eigenen inneren Ballast zu befreien.

Genuss und Selbsterkenntnis in einem

Draußen sein, unsere schöne Erde genießen und dabei mehr über sich selbst erfahren. So macht Selbstoptimierung Spaß. Vielleicht hast Du Lust darauf, in der Natur mehr über Dich herauszufinden? Dazu musst Du keinen anstrengenden mehrtägigen Selbsterfahrungs-Trip durchführen. Interessante Einblicke in Dein Seelenleben kannst Du schon bei kleinen Wanderungen, Radtouren oder Spaziergängen sammeln. Probiere es einfach aus!

Bei dieser Wanderung ist mir auch ein Gedicht eingefallen. Magst Du es lesen? Dann geht es hier weiter.

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